Fortsetzung 3 aus der Berichtsreihe: Wir sind eure Nachbarn und leben vor eurer Haustür!


In der Einleitung zu meiner Berichtsfolge erwähnte ich, dass ich noch keinen Damhirsch auf unserm Rasen beobachten konnte. Doch jetzt durfte ich einem Rehbock als Besucher im Garten zuschauen!

Es war im Juli, abends kurz nach zehn Uhr. Ich wollte die Haustür aufschliessen, weil meine Frau Marlis in Kürze vom Dienst zurückkommen sollte. Blickte durch das Fenster- zog da doch ein Rehbock, ein passabler Sechser heran- bewindete, zwei Meter neben der Haustür, einen Busch, plätzte und markierte mit dem Gehörn scheuernd am Geäst. So seine Duftmarke hinterlassend, wechselte er am Fenster vorbei…ich quer durchs Haus ins Kaminzimmer…da kam der Bock schon am Teich vorbei, zog über den Rasen, äste an Blatt und Kraut und trollte zum Nachbarn hinüber. Schade, dass ich das so spät abends nicht im Foto festhalten konnte.

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Doch die Fegestelle nahe der Haustür hielt ich später im Bild fest.

Verbiss an Rosen und ähnlichen  Ziergewächsen hatte meine Frau schon wiederholt festgestellt und das Wild verflucht..! Ich nehme das gelassen hin und bringe Verständnis für das Wildtier auf. Wo finden die Rehe denn noch die ihnen genehme Äsung in unserer ach so ausgeräumten Feldflur? Nichts als Maisäcker um das Dorf herum! Rehe sind Nascher, hier ein Kraut, dort `ne Blüte- wo gibt es das noch auf der Fläche? Die die Maisfelder umsäumenden Blühstreifen und das entlang vielbefahrener Straßen, nimmt das Wild tagsüber nicht an. In der Dämmerung und nachts angewechselt, können sie zur tödlichen Falle werden!

Ob der Bock wohl am nächsten Abend wieder anwechselt..? Zur gleichen Uhrzeit stand ich erneut an- kein Reh zeigte sich! Doch was huschte dort nah am besagten Busch- `ne Katze? Weit gefehlt---ein Steinmader wuselte da herum…was ein Zufall! Und Weißkehlchen nahm den gleichen Wechsel wie  der Rehbock. Ich wieder quer durch das Haus…da ist der Marder wieder: an den Fichten vorbei zog er Richtung Buche. Doch die nahm er nicht an. War ihm die Rinde zu glatt? Die sehr borkige Fichte davor kletterte er recht flott hinauf und entschwand aus meinem Blickfeld. Ob der Marder wohl den Nistkasten in der Buche nach Beute absuchte? Toll, den Wildtieren so nah gewesen zu sein…und das mitten im Dorf!!!

 Mensch im Haus ist wohl für das Wild keine direkte Bedrohung, das scheint zumindest für Reh- und Damwild zuzutreffen. Denn letztere ließen sich auch in Garten fährten. Die Marder leben ja schon seit mehr als 20 Jahren unter unserem Dach im Spitzboden; hören ihn sein Kommen und gehen und spürten im Winter seine Wechsel auf dem Dach. Doch den nachtaktiven Kobold einmal bei leidlichem Tageslicht in Anblick zu bekommen, bedurfte es Jahrzehnte. Wie sagt man doch in Jägerkreisen: Diana hat gelächelt..!

Doch leichter lassen sich dagegen unsere gefiederten Nachbarn beobachten und im Foto festhalten. Als Kulturfolger mit uns vertraut, glaube ich auch, dass  wir von den Vögeln mehr beobachtet – unser Tun verfolgend, als wir annehmen! Davon zeugt ihre geringe Fluchtdistanz, wie z.B. der Grauschnäpper

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beim Beute-Ansitz nahe vom offenen Fenster aus. Auch seinem Nachwuchs konnte ich aus der Nähe zuschauen.

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Selbst der Turmfalke ist Brutvogel im Dorf. Seine Rufreihen sind seit Jahren zu hören:…Klikliklikli und dem vibrierenden:…Wrrieh- klangen gar nicht weit weg vom Haus. In der Scheune des nahen Bauernhofes brüteten die kleinen langschwänzigen Greife. In Absprache mit Fachkundigen wurden vor Jahren an der östlichen Giebelfront Öffnungen mit Brutkästen dahinter eingebaut. Und der schnelle Falk nahm die Nisthilfen an.

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Von den Greifen nun zu unseren Gauklern, den Schmetterlingen. Wer kennt nicht Kohlweißling, den Kleinen Fuchs oder den Distelfalter.

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Auch sie brauchen mehr denn je unsere  Hilfe angesichts der öden Feld- und Wiesen ohne die Vielfalt von Blüten und Kräutern. Jede Schmetterlingsart braucht ihre Wirtspflanze! Gartenbesitzer- lasst doch z. B. eine Brennnessel-Insel stehen…es ist kein unnützes Kraut! Die Raupen des Tagpfauenauges leben höchst gesellig auf ihrem Wirt!

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Dienen die Krabbeligen doch manchem Vogel als Speise- die, die es als bunter Schmetterling schaffen, bereichern unsere blühenden Gärten mit einer Farbenpracht, wie kein Maler es trefflicher koloriert, als die große Mutter Natur..!


Es grüßt Sie und Euch aus dem Hegering 3, Ihr Peter Wohlert


Fortsetzung folgt....



Autor: Uwe Jacobi