Erwachte Natur - Stimmen im Frühling


Das melodische Rufen der durchreisenden Singschwäne ist verklungen…fort geflogen gen Norden in heimatliche Gefilde.

Bald zwei Wochen lang rastete ein großer Schwarm in Dorfnähe.

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Doch mit ihrem Weiterflug kam allmählich der Frühling. Und mit ihm wurden anfangs zaghaft und wie probend unsere heimischen Singvögel ihrer Sangesstimme bewusst. Zaghaft erst das Rotkehlchen, dann Meise und Schwarzdrossel: immer klarer werdend spielten sie sich ein in den Rhythmus der Jahreszeiten. Und dann der Abendgesang der Singdrossel…, ist sie doch die Sängerin in unseren Breiten, die ihre Strophen immer wieder neu zusammenstellt. Damit hebt sie sich nicht nur im Gefieder, sondern auch stimmlich deutlich von ihren braun- und schwarzgekleideten Verwandten ab. Nach so einem stimmungsvollen Abendlied fällt es am nächsten Morgen leichter, frühzeitig dem warmen Bett zu entsagen und auf Frühpirsch zu gehen.

Vielstimmiger Vogelgesang allüberall kündet von neuem Leben. Das Fasanenpaar dort am Feldrand hat sich gefunden.

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Wie klug doch die Natur die Farben verteilt: unauffällig graubraun das Gefieder der Henne; gut angepasst dem noch trockenen Kraut dort am Feldrain. Sie fällt kaum auf und verschmilzt – auf ihrem neuen Nest hockend - mit ihrem Umfeld. Anders dagegen Herr Fasan: schillernd bunt sein Federkleid. So fällt man auf, kann mögliche Beutegreifer von der brütenden Henne ablenken. Denn er ist ein schneller Läufer und rasanter Flieger.

 

Ein Feld querend Richtung Waldrand, tönt überlaut das Gezeter einer Wildgans. Wo kommt die Graue denn her? Den Grund ihrer Erregung sehe ich sobald: nur einen Schritt weit vom hier im feuchten und anmoorigen Waldgrund hat die Graugans ihr Gelege platziert. Drei Eier sehe ich im nicht gut getarnten Nest – frei sichtbar für jeden Nesträuber..!

 

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Schnell weiter, auf dass ihr Gelege nicht auskühlt.

 

Im Wald dann ein weißer Teppich aus Buschwindröschen. Ja, die noch unbelaubten Kronen der Buchen lassen für die Anemonen noch eine Weile lebenspendendes Sonnenlicht einfallen.

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Doch nur allzu bald wird sich der grüne Baldachin schließen und den zarten Blüten-Feen das Licht nehmen – sie werden vergehen.

 

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Erneut geht’s aufs Feld einem Knick folgend. Und wieder – aber leiser vernehmend – ein piepsig mauzender Laut … ein kleines dunkles Fellknäul – ha, ein Fuchswelpe krabbelt suchend umher !

 

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Der hat sich wohl zu weit vom Bau entfernt! „ Füchslein – verkehrte Richtung – deine Höhle liegt nur knapp fünf Schritte weiter oben.., aber dahin musst du es alleine schaffen, ich trage dich nicht dahin!

Ansonsten regelt das die Natur, sie kennt kein Mitleid..!“ Ich entferne mich. Hoffen wir, dass die Fähe ihren Ausreißer findet und in den sicheren Bau trägt.

Wieder unten im Wiesengrund, zwischen Binsen und hohem Kraut tastet das Fernglas die freien Flächen ab; hier hat man oft Rehwild im Anblick. Und richtig, dahinten steht ein Rehbock. Er befindet sich im Wechsel von Winter- zur Sommerdecke. Gut gedeckt komme ich näher heran: Pooh- der trägt ein abnormes Gehörn…

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Wie anmutig er sein Haupt wendet und sich seine „struppelige“ Decke kämmt.

 

Wieder auf der Strasse und heimwärts bummelnd, höre ich einen Fasan laut krähen. „ Hier ist mein Revier, traue sich kein anderer in mein Reich…“, so deute ich sein lautes Tönen. Und da steht der Gockel auch schon- leider sehr weit- vor mir.

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Doch das 400`ter Novoflex bannt ihn gerade noch im Flatter-Sprung auf die Filmrolle. In dieser Pose hätte ich den geflügelten, farbenschillernden Ritter seiner Art zu gerne aus nächster Nähe fotografiert..! Nun denn, es geht auch so eine mit guten Anblicken gesegnete Frühpirsch zu Ende- Dank Dir Mutter Natur!!!

 



Autor: Peter Wohlert