Winterzauber - Winters Not


 
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Sanftes Wiegen der leicht mit Schnee bedeckten Zweige im Morgenwind. Ab und an gleitet die weiße Last als lichtsprühender Schleier herab, zerstäubt immer feiner werdend im winterlichen Sonnenglanz.
Leicht schwingend baumelt ein Meisen-Knödel im Geäst des Ahorns. Da – eine Blaumeise kommt geflogen und krallt sich, fluggewandt wie es diese Vögel nun `mal beherrschen, an die Futterkugel…! Mit heftigem Picken klaubt ihr Schnäbelchen einen Kern heraus. Mehrere Äste höher geflogen, öffnet sie die harte Schale und pickt sich das Weiche heraus…schwupp, sitzt sie wieder auf der Futterkugel.
Hey- sie bekommt Besuch: eine Schwanzmeise gesellt sich dazu.
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Welch eine Überraschung – hier und zu dieser Jahreszeit – ist die Langschwänzige doch ein Teilzieher…, die Monate Dezember und Januar waren recht mild und nun hat sie wohl der kalte Februar überrascht.   
Ein lautes: kix-kix-kix lenkt mich ab- ein Buntspecht im Garten! Ha, da ist er auch schon am Stamm des Ahorn. Wie geschickt er sich krallt und mit den Schwanzfedern abzustützen weiß..! Er hat gewiss den Meisen-Knödel im Auge…und schon hängt er statt der zarten Meisen an der Kugel – alter Rabauke ! Auch er ein Akrobat, hängend meißelt sein kräftiger Schnabel auf das harte Fettfutter ein.
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Ob er wohl auch die Erdnussbutter findet, die wir extra für die Spechte in die borkige Rinde einer hochstämmigen Tanne gestrichen haben..? 


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Man fühlt sich in Notzeiten doch für die Schwächeren verantwortlich. Sicher, die Tierwelt hat sich im Zuge ihrer Entwicklung auf nahrungsärmere Jahreszeiten eingestellt. Die Tiere fahren ihren Stoffwechsel herunter und passen sich „mageren“ Zeiten an. Doch die Neuzeit und damit der Mensch haben der Natur arg zugesetzt..!
Selbst die kleine Umwelt in so manchem Hausgarten lässt wenig oder gar nichts für die Gefiederten gedeihen. Vogelbeere und/oder Hagebutte – selbst das Pfaffenhütchen sind ach so selten..! Gerade diese fruchttragenden Gewächse sind wichtige Winternahrung für die Vögel!

Petrus sei Dank, dass dieser Winter bisher nicht die Schneemengen der Vorjahre hat.
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Waren es nicht faszinierend anzuschauende Schneewehen, die sich an den Knicks vom Wind geformt, modellierten?! Denn dadurch lag der Schnee auf den weiten Feldflächen nicht gar zu hoch, so dass das Schalenwild und auch die Fasanen die  Äsung leichter freilegen konnten. Und trotzdem schälten Dam- und Sikawild. Und wie ich beobachten konnte, in manchen Revieren sehr erheblich!
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Doch das Ausmaß der Schäden wurde erst nach der Schneeschmelze deutlich:
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Doch auch der Jäger kam verantwortungsbewusst seiner Hegepflicht nach und beschickte reichlich seine Hochwildfütterungen.


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Dieses kommt insbesondere den Rehböcken zu gute. Schieben sie doch in karger Winterzeit ihr neues Gehörn.


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Doch auch der ärgste Winter muss einmal weichen. Dafür sorgt schon unsere gute Sonne. Davon zeugen nach wärmeren Tagen im Frühjahr die vollen Hasel-Kätzchen, auch wenn sie noch ein kleines Eiszäpfchen ziert..!
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Und das der lange und harte Winter 2010/11 zumindest diesem Rehbock nicht viel anhaben konnte, zeigen seine Statur und sein prächtiges Bastgehörn. Dieses Foto gelang nach der Schneeschmelze.


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Ein sichtbarer Beleg guter Hege in arger Wintersnot…?!
                                                                                                                 


Peter Wohlert

aus dem Hegering 3

                                                       



Autor: Peter Wohlert