Oft geht es schneller als man denkt...


Im Mai 2019 hatte Steffen Haak sein „Grünes Abitur“ in Eckernförde bestanden und auch gleich seinen ersten Jagdschein gelöst. Aufgrund seiner Leistungen im Jagdkurs hat er einen Rehwildabschuss vom Revier Ramsdorf erhalten.

Als die jagdliche Erstausstattung dann komplett war, fuhr er das erste Mal mit Jäger Lothar Thiel ins Revier, um auf Jährlinge anzusitzen.

Es war ein schöner Sommerabend mit dem richtigen Wind. Bis auf drei Hasen blieb ihm der Anblick jedoch verwehrt, denn der gesuchte Bock trat auf der anderen Knickseite gemeinsam mit einem Schmalreh aus einem Roggenschlag hervor. Nun ja, als die Dämmerung einsetzte, packte er seiner Ausrüstung zusammen und verlies den Ansitz mit dem Ziel sich beim nächsten Mal auf die andere Knickseite zu setzen.

Einige Tage später war es dann soweit; Steffen fuhr wieder ins Revier und setzte sich auf einer anderen Leiter an. Bereits nach ungefähr 10 Minuten trat das besagte Schmalreh aus dem Roggenschlag hervor. Die Entfernung betrug jedoch mindestens 200 Meter. Er dachte sich: „Wenn dort nun der Jährling ebenfalls in Anblick kommt, ist es viel zu weit weg.“ Jedoch kam der Bock nicht, sodass das Schmalreh nach ungefähr einer halben Stunde unter Beobachtung wieder im Roggenschlag verschwand.

Steffen fragte sich bereits, ob es das jetzt für den Abend gewesen sei. Aber nach einiger Zeit kam der besprochene Bock aus der komplett anderen Richtung in seinen Anblick. Er lief jedoch so schnell an ihm vorbei, dass er ihn nicht richtig ansprechen konnte. Der Bock verschwand ungefähr 50 Meter neben ihm durch den Knick. Steffen fragte sich erneut, ob es das jetzt wieder gewesen sein soll für diesen Abend. Nach einiger Zeit trat der Bock jedoch an derselben Stelle wieder durch den Knick und stellte sich in etwa 70 Metern Entfernung breit hin. Nun sprach Steffen den Jährling richtig an und machte sich schussbereit. „Jetzt ist wohl der richtige Moment gekommen“, dachte er sich.

Er gab den Schuss ab und der Bock zeichnete, lag jedoch nicht gleich im Schuss. Er zog noch weiter in eine Kieskuhle, sodass leider noch eine Nachsuche durchgeführt werden musste. Nachdem Jagdterrier „Einstein vom Owschlager Moor“ von Jäger Lothar Thiel den Bock bei der Nachsuche im Wasser des Baggersee ausfindig gemacht hatte und am Schweißriemen immer danach tauchen wollte, entschloss sich Steffen nach Entledigung seines Beinrocks , der Schuhe und Socken, den Bock selbst aus dem Wasser zu bergen.

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Beim Jagdleiter des Reviers  wurde der Bock verblasen, der Inbesitznahmebruch überreicht und versorgt.

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Es folgte noch ein gemütlicher Abend mit allen Ramsdorfer Jägern und Jägern aus dem Nachbarrevier.  

Einige Zeit später lud Steffen die Jagdgemeinschaft Ramsdorf zum gemeinsamen Grillen ein, um Dankeschön zu sagen. Ein Dankeschön für die Möglichkeit, im Revier Ramsdorf seinen ersten Schalenwildabschuss tätigen, zu dürfen.

Wir wünschen Dir viel Waidmannsheil für dein weiteres Waidwerken.


Lothar Thiel

für die Jägerschaft Ramsdorf



Autor: Uwe Jacobi