Anschuss-Seminar mit Nachsuchenführer Chris Balke am 13. Aug. 2016


Osterby. Am Freitag, den 13. Aug. 2016 hatten Jan Eiben vom Junge-Jäger-Stammtisch zusammen mit Doris und Uwe Jacobi von der Jungjägerausbildungsgruppe in der Kreisjägerschaft Eckernförde zu einem Anschuss-Seminar mit Chris Balke von der Schweißhundstation Kreis Herzogtum Lauenburg einladen.

Pünktlich zu 09:30 Uhr hatten sich insgesamt 37 interessierte Jägerinnen und Jäger, auch aus anderen Kreisjägerschaften des Landes, im Schinkenkrog in Osterby eingefunden.

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Aus seinem reichen praktischen Erfahrungsschatz heraus, referierte Balke in seiner bekannt erfrischenden und lebhaften Art und verstand es, diesen theoretischen Vortrag lebendig und untermalt von seiner Beamer-Präsentation anschaulich zu gestalten.

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Die Schweißhundstation im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein wurde 1957 gegründet und ist die älteste Deutschlands. Geprägt wurde sie in den Anfängen von Rüdemeister Herbert Bansen und Forstamtmann Horst Völzke. Seit 1996 leitet nun der Thüringer Berufsjäger Chris Balke die Station, deren Zentrale jetzt in Grambek, in der Nähe von Mölln, liegt. Rund 450-mal im Jahr rücken Chris Balke und sein Team aus, um mit ihren Hunden beschossenes Schalenwild nachzusuchen. Ein Großteil der Suchen fällt beim Schwarzwild an, gefolgt von Reh-, Dam- und Rotwild.

Aufgrund seines sehr großen Erfahrungsschatzes konnte Balke hier anschaulich die Arbeit nach dem Schuss darstellen und erläutern. Da auch viele Jungjäger_innen zum Publikum gehörten, ging er dabei zudem darauf ein, wie Fehlschüsse vermieden werden können.

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Er führte jedoch auch eingehend das richtige Verhalten nach dem Schuss auf, wenn das Wild dennoch einmal krank abgegangen ist.

Nach einem leckeren und reichhaltigen Mittagessen ging es um 13:30 Uhr hinaus in das Jagdrevier von Sören Claußen in Damendorf, wo Hannah Balke während des Vormittagsvortrages schon Schwerstarbeit geleistet hatte.

Hier im Wald fand nun die praktische „Tatortarbeit“ statt. Nach dem anschaulichen vormittäglichen Vortrag wurde hier auf dem Waldboden an 8 eingezäunten „Tatorten“ schnell deutlich, dass hier ein erfahrener Nachsuchenführer aus der Praxis sprach und erklärte. Balke erläuterte zunächst, dass schon durch falsches Angehen und Ansprechen des Anschusses dem Nachsuchengespann die Arbeit bei der Nachsuche erschwert oder gar ganz vereitelt werden kann. Die Leiden des aufzufindenden und zu erlösenden schwer kranken Wildes wird dadurch unnötig verzögert. Balke zeigte hier nun praktisch auf, wie eminent wichtig es ist, den Anschuss zunächst akribisch zu untersuchen und die  jaco-Anschuss-Seminar-2016-Chris-mit-Birka-und-Hans-Werner-im-Wald.jpg

vorgefundenen Spuren wie Schweiß, Knochensplitter, Schnitthaar, Kugelriss oder Kugeleinschlag im Baum zu finden, zu sichten und für die Nachsuche auszuwerten.

Mit den äußerst interessierten und engagierten Seminar-Teilnehmer_innen begab sich Balke dabei auf Spurensuche. Ein am Morgen zur Strecke gekommener Frischlingskeiler hatte für die Spurenlage herhalten müssen. Es ging von einem gekennzeichneten Anschuss zum nächsten.

Teilweise auf Knien rutschend wurde von Balke und den immer wechselnden Seminar-Teilnehmer_innen der Waldboden auf Kleinstspuren abgesucht und diese dann eingehend zusammen angesprochen.

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Nach der morgentlichen Theorie und der hier folgenden Praxis lernten die Teilnehmer_innen dabei recht schnell, die dem Wildtier zuvor zugefügten Verletzungen anzusprechen.

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Erstaunen bei allen gab es jedoch an der letzten Station, an dem der Frischling vor einem aufgespannten Bettlaken aufgehängt und beschossen worden war.

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Die Splitterwirkung und Durchschlagskraft der verschiedenen Projektile war verblüffend. Ein Projektil hatte den Frischling durchschlagen, das Laken passiert und war dann in einem dahinter stehenden Baum stecken geblieben.

Nach diesem besonders eindrucksvollen letzten Stations-Vortrag beendete Balke dann gegen 16:00 Uhr sein Anschuss-Seminar.

Nach einem Gruppenfoto auf der angrenzenden Wiese

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sprach Jan Eiben zum Abschied dankende Worte an Chris Balke für dieses sachlich und fachlich hervorragende Anschuss-Seminar und dankte Hannah Balke für die geleistete Schwerstarbeit im Wald. Zudem bedankte er sich bei allen Seminar-Teilnehmer_innen für ihr sehr diszipliniertes und interessiertes Verhalten an diesem Tage und wünschte allen eine gute Heimfahrt in die teils weit entfernten Kreisjägerschaften.

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v. l. n. r. Jan Eiben, Doris Jacobi, Uwe Jacobi, Chris Balke und Hannah Balke

Von dieser Stelle aus sagen wir noch einmal vielen lieben Dank aus der Kreisjägerschaft Eckernförde an Dich, liebe Hannah und an Dich, lieber Chris,  für Euer besonders persönliches Engagement.



Autor: Uwe Jacobi