Fortsetzung 5 aus der Berichtsreihe: Wir sind eure Nachbarn und leben vor eurer Haustür! - und damit Ende der Berichtsserie


Was zieht Reh, Kanin oder Greif in unsere unmittelbare Nähe? Alles was das Wildtier braucht, ist : Äsung- also Futter- in der Jägersprache, Deckung und Ruhe, mehr nicht! Spürt es das Wildtier, dass es hier- trotz der Nähe- vorm Erbfeind Mensch nichts zu befürchten habt? Kommt deshalb die Elster, die jetzt im Frühjahr in Nachbars Birke ihr Nest aus viel Gezweig so kunstvoll gesteckt hat- gerade mal 10 Meter vom Haus entfernt..!? Dabei ist sie meinerseits gar nicht mal willkommen- die so elegant schwarzweiß Gefiederte. Gilt doch der zur Rabenfamilie gehörende Vogel als weithin bekannt zu den Nesträubern. Kaum ein Gelege oder Brut in der Umgebung ist vor der Scharfbeobachtenden sicher. Doch wie versuche ich´s gerade den Kindern bei meinen Vorträgen zu vermitteln: …Leben lebt von Leben…oder…fressen und gefressen werden!!! Wie sollte es auch anders um`s tägliche sattwerden gehen- das hat die Schöpfung so vorgesehen.

Doch nun zu freudigeren Anblicken, wie hier, den Jagdfasanen. Ja, ich benutze bewusst den Plural. Denn es waren ab und an wirklich gleich zwei der Hühnervögel in unserem Garten.

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto01.jpg

Die Fotos entstanden zu Zeiten, als die Feldflur noch nicht von der Monokultur >Mais< verödet worden war. Trotzdem suchten die Buntgefiederten im Garten nach Grünzeug, Beeren und Samen. Sein kupferfarbenes Gefieder endet zum Hals hin mit einem weißen Halsring, der vorne unterbrochen ist. Das setzt sich bis zum Kopf hin dunkelmetallgrün-glänzend fort. Das Umfeld der Augen zieren die sehr auffallenden nackten Hautlappen ( Rosen in der Jägersprache ). Ja, Herr Fasan schaut prachtvoll aus…und er ist auch noch „bewaffnet“: an den Laufhinterseiten ist je ein Sporn gewachsen.

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto02.jpg

Eines Tages konnte ich sogar eine Fasanenhenne beobachten, als diese vom Nachbargrundstück kommend kurz auf dem Zaun verhoffte: im Gegensatz zum Hahn ist ihr Federkleid viel schmuckloser- von hell bis dunkelbraun und leicht gesprenkelt- gezeichnet. Doch Mutter Natur weiß schon warum sie das tat: so erdfarbenbraun fällt sie, brütend auf dem Bodennest , nicht auf. Raubfeinde sollen sie übersehen…und der auffallend bunte Hahn diese mit schnellem Lauf und/oder schwirrenden Flug vom Brutplatz fortlenken!!

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto03.jpg

Der Fasan ist übrigens bei uns nicht heimisch gewesen- er wurde durch die Römer zu uns gebracht…gelobt sei Cäsar. Doch wenn die Landwirtschaft ihre Monokultur weiter fortsetzt, wird der einst so zahlreich durch die Feldflur streichende Hühnervogel selten werden.

Doch gute Nachbarschaft zeigen immer wieder die Rehe. Wenn auch nicht oft im Anblick, so  weisen doch ihre Fährten und Losungen, daß sie des Nachts wieder äsend durch den Garten zogen. Neulich konnte ich es sogar - und zusammen mit einem Besucher - und das am späten Vormittag - kurz beobachten: „Du, da steht ja ein Rehbock..“, rief dieser begeisternd aufspringend und wies zum Nachbargrundstück. Tatsächlich..., doch ehe ich die Kamera zur Hand hatte, war der Bastbock schon verschwunden- leider. Anders dagegen mein Nachbar Herr Wiegard: er hatte an einem Wintertag das Fotoglück auf Rehwild in seinem Garten: Schmalreh

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto04.jpg

und Bock

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto05.jpg

ließen sich , wie bestelllt, fotografieren.

In unserem zeugten nur tiefausgetretene Wechsel von ihren nächtlichen Besuchen, in denen sie meist vom Efeu ästen ..!

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto06.jpg

Und wieder so eine Besonderheit der Mutter Natur: während Dam- und Rothirsch ihr Geweih im Frühjahr abwerfen und bis zum Sommer neu aufbauen, verliert der Rehbock seins im Nov./Dez. Also in der kargen Winterzeit  muss der Bock sein Gehörn erneuern. Das dauert bis Ende März. An Büschen fegend, reibt er die Basthaut ab und blank ist die neue Rehkrone. Bereit als Waffe im Rivalenkampf  zur Eroberung oder Verteidigung seines Revieres.

Und, Herr Wiegard hatte, wiederum im Winter, auch den Sperber, seine Beute kröpfend, im Garten beobachten können. ( siehe vorherige Folge ) Auch das konnte er im Bild festhalten. Der Greif scheint vermutlich über unserem die Dorf die Jagdhoheit zu besitzen.

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto07.jpg

Am häufigsten sind wirklich, da tagaktiv, die Vögel zu beobachten. Und gerade zur Winterzeit bekommen wir doch ab und an wirklich seltene Arten am Futterplatz zu sehen, wie zum Beispiel den Kernbeißer.

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto08.jpg

Ich habe mal notiert, wie viele Vogelarten unser Refugium in all` den Jahren durchstreiften: immerhin 36 Arten. Einige waren sicher nur auf dem Durchzug, also sogenannte „ Strichvögel“, doch die Vielfalt finde ich beachtlich!

So freue ich mich denn auf den Frühling, in dem auch der Igel als Nachbar hoffentlich wieder vorbei schaut und ich ihm zu rufen kann: „ na, büs ok all dor“ ?

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto09.jpg

Und dann der sommerliche Garten mit seiner Blütenpracht . Mitten drin, als wäre der Farbenvielfallt nicht genug – der Herr Dompfaff mit stolzgeschwelltem Brustgefieder…gepriesen sei Mutter Natur!!!

jaco-pema-Wir-sind-eure-Nachbarn-5-Folge-Foto10.jpg

Geneigte Leser, damit  beende ich diese Berichtsfolge bis auf weiteres. Danke für Euer Interesse und lasst es Anregung sein, auch einmal von Euren Erlebnissen mit Wildtieren zu berichten.

 

Ihr und Euer Peter Wohlert

Öffentlichkeitsreferent im Hegering 3 Schwansen Süd



Autor: Uwe Jacobi