Berichtsreihe: Wir sind eure Nachbarn und leben vor eurer Haustür! - Folge 4


Von dem, was ich in dieser Folge als Erstes berichten möchte, muss ich im Buch meiner Erinnerungen weit zurückblättern. Zu Zeiten, als dieser „Nachbar“ in freier Wildbahn noch recht zahlreich zu beobachten war und dadurch auch in unserem Hausgarten seine Wechsel zog: das Wildkaninchen!

Denn wie das Reh gerne von unseren Rosen nascht, so tat sich der graue Flitzer bevorzugt an Kohlpflanzen gütlich.

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Mit seinen langen und kräftigen Schneidezähnen, die gekrümmt und wurzellos sind, lässt es sich gut nagen. Sie sind nur an der Vorderseite mit Schmelz überzogen. Daher nutzen sie sich an der Spitze vorne weniger ab, als hinten, also in schräger Richtung, so dass sie immer scharf bleiben. Durch die starke Abnutzung findet ein ständiges Nachwachsen statt. (Quelle: Das Wildkaninchen / DJV, 1999-Merkblatt Nr. 13 )

Und der kleine Lapuz bekam von uns auch einen Namen: > Piccolo

Ganz in sein Tun vertieft, konnte ich ihm lange zusehen und viele Fotos gelangen.

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Mit dieser Bilderserie rufe ich bei Diavorträgen vor Schulkindern immer wieder Entzücken hervor: …ohhh wie süß…!

Doch vorbei sind die Zeiten, als man diese Wildart noch häufig beobachten konnte. Wildkrankheiten, wie die Myxomatose und die Chinaseuche rafften die Bestände dahin. Ein Übriges taten langanhaltende Winter mit sehr hohen Schneelagen.

Aber Mutter Natur ist stark. Und so hoffe ich, Piccolos Nachfahren einmal wieder im Garten anzutreffen. Denn am Dorfausgang flitzen mir schon ab und zu `mal wieder einige vorm Auto über die Straße, was hoffen lässt!

Und nun zu einem Wildtier, dass ich nicht als Einen in unserer Nähe lebenden Nachbarn bezeichnen kann, aber als Kurzbesucher doch ab und an beobachten konnte: …den Sperber! Denn was ihn in unsere Nähe treibt, ist Jagd auf Beute. Und das sind überwiegend Kleinvögel. Gerade zur Winterzeit halten diese sich wegen der Futterhäuser sehr zahlreich im Garten auf. Das erkennt natürlich der mehr als taubengroße scharfäugige Greif bei seinen Gleitflügen über Dorfgärten!

Einmal ließ mich ein lautes „Bumms“ an der Fensterscheibe im Kaminzimmer aufhorchend dahin eilen: einer in Todesangst zeternden Drossel half alles nichts --- sie greifend strich schon der sehr wendige Greifvogel mit seiner Beute in den Fängen davon. So eine Situation einmal mit der Kamera festhalten zu dürfen, wäre toll..! Wenn auch nicht beim Beute-Greifen, so hatte ich doch einmal das Foto-Glück:

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Vom Neben- ins Kaminzimmer tretend fällt mein Blick durchs große Fenster hinaus auf einen blaugrau gefärbten Rücken eines größeren Vogels --- Pooh, ist das ein Sperber..? Auf allen Vieren zur Teleobjektiv bestückten Kamera gekrochen, in gleicher Gangart zurück. Eine Rückenlehne vom Sessel gibt Deckung. Langsam und vorsichtig kniend aufgerichtet, habe ich den Greif im Sucher. Ohne  dass der Scharfäugige mich bemerkt, kann ich mehrere Fotos „schießen“..!

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Von vorne betrachtet, erkennt man am bräunlichen Brustgefieder, dass dort ein Terzel- also ein männlicher Sperber sitzt.

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Hatte der Greif vergeblich nach Beute gestoßen?

Denn er saß kaum einen halben Meter über dem Boden auf einem trockenen Fichtenast. Als sehr geschickter, wendiger Jäger der Lüfte baumt dieser meist hoch im Geäst z. B. am Waldrand und stößt von oben auf seine Beute herab.

Schade, lange währte dieser seltene Anblick nicht und beutelos strich der Sperber ab..!

Ich dagegen hatte meine Foto-Beute im „Kasten“, Sternstunde -- von Diana geschenkt!!!

 

Peter Wohlert

Öffentlichkeitsreferent des Hegerings 3 Schwansen Süd



Autor: Uwe Jacobi