Stille Hilfe durch Jägerinnen und Jäger - die jährliche Kitzrettung


Mit dem Hund über Grünland laufen – was sonst verboten ist, wird in diesen Tagen gern von Jägern praktiziert.

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Der Grund: Die Landwirte wollen mähen und die Kitze sollen leben. Denn Rehkitze ducken sich gern bei drohender Gefahr und dann geraten sie ins Mähwerk. Um diesem grauenvollen Schicksal vorzubeugen, rät Christopher von Dollen vom Landesjagdverband in Flintbek dazu, intensiv die Grünlandflächen nach Jungtieren abzusuchen. Die Erfolgsquote ist hoch.

130 PS ist der Schlepper stark, der mit zwölf Kilometern pro Stunde über das Grünland fährt.

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Angehängt arbeitet der Kreiselmäher mit vier Gleittellern, die scharfe Klingen beinhalten.

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 Landwirt Sönke Petersen hat von Dollen rechtzeitig informiert, dass gemäht werden soll.

Und so rückte von Dollen mit insgesamt elf weiteren Jägern an, um die Flächen zu vergrämen.

„Wenn wir mit Hunden und Menschen durch das Grünland laufen, werden die Ricken unruhig. Meist holen sie ihre Kitze dann von den Flächen“, erklärt der Revierjagdmeister.

Zusätzlich hilft es, wenn Kitze dann doch liegend gefunden werden, sie in ganz viel Gras zu packen und in eine Fläche zu bringen, die nicht gemäht wird. „Gut sind auch rotweiße Flatterbänder, die an Zäunen oder Bäumen befestigt werden.“ Tag für Tag laufen von Dollen und seine Mitjäger die Flächen ab, über viele Hektar wird bei glühender Hitze marschiert, ab und zu muss pausiert werden, damit die Hunde frisches Wasser zu sich nehmen können. Meist ist die Suche und Vergrämung erfolgreich. „Gestern hatten wir auf einem Stück drei Kitze, die wir vor dem Mäher retten konnten.

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Heute Morgen hatte ich auf einer Fläche sogar vier Kitze“, erklärt von Dollen. Auf die Mitarbeit des Landwirts ist er dennoch angewiesen. „Gern wird abends einmal außen um die Fläche gemäht, auch sollte die eigentlich Mahd von innen nach außen passieren, damit das Jungwild flüchten kann.“


Text & Fotos von Sorka Eixmann



Autor: Uwe Jacobi