Mais-Erntejagd in Osdorf - Jungjäger Jörg Much erlegt seinen "Lebenskeiler"


Osdorf. Nun sind sie auch bei uns – seit Jahren wurden keine Wildschweine gesichtet – aber dieses Jahr kamen gleich beim ersten Maishäckseln zwei Rotten zum Vorschein.

Also wurde das schöne kalte Wetter am Feiertag genutzt und rund um das nächste Maisfeld positionierten sich die Jäger aus dem Gemeinschaftsjagdbezirk Osdorf in ihren Ansitzböcken auf dem Autoanhänger. Ich, ein Jungjäger, durfte in diesem Jahr als Jagdgast dabei sein und konnte somit meinen eigenen Ansitzbock einweihen. 

Die Luft war klar und der Blick phantastisch. Zuerst blieb alles ruhig – und dann in einer Häckselpause kam mein erster Anblick. Ein Frischling lugte ganz frech aus dem Mais und schaute sich um. Dabei verhoffte er kurz und ich konnte meine Büchse gut anlegen und in Ruhe zielen. Ein glatter Treffer und die Sau lag auf der Seite. Nun kam Leben in die Runde, alle waren wir in Habachtstellung. 

Kurz darauf trabte eine ganze Rotte aus dem Mais, aber leider so, dass wir kein freies Hintergelände hatten - also weiter abwarten. Und dann hatte ich den Anblick meines Lebens: Direkt vor mir kam ein Keiler aus dem Feld, geschätzte 195 kg. Ich legte an und der Schuss saß, aber das schien den Keiler nicht zu stören. Mein Jagdnachbar zielte auf die Stirnseite und traf. Aber der Keiler machte weiter seinen Weg. Also legte auch ich noch einmal an. Auch der dritte Schuss war ein glatter Treffer. Aber dieser grobe Keiler ging noch durch den Knick, bevor er endgültig zum Liegen kam.

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Die Bergung gestaltete sich außerordentlich schwierig. Auch mit vier kräftigen Jägern hatten wir keine Chance, diese Sau zu bewegen. Also schnell einen Trecker mit Schaufel organisiert, der diesen Erfolg zur Wildkammer transportieren konnte. Nur mit viel Traktor-Energie konnte der Keiler zum Aufbrechen in die Luft gehoben werden. Schnell sprach sich dieser Abschuss unter allen Jägern aus der Gemeinschaftsjagd herum, so dass der Kreis der Interessierten immer größer wurde. Die Frischlinge wurden nur kurz begutachtet und dann begann das große Schätzen, wieviel dieser Keiler wohl wiegen würde. An der Waage zeigten sich dann aufgebrochen noch 151 kg.

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Vielen Dank an meinen Jagdfreund Mirko Siemsen für das fachmännische Aufbrechen dieser Sau.

Dieses Jagderlebnis als Jagdgast und so kurz nach dem ich meinen Jagdschein erhalten habe, werde ich niemals vergessen und ich freue mich schon auf die Trophäe meines Lebenskeilers, die natürlich einen würdigen Platz erhalten wird.



Autor: Uwe Jacobi