Aufzucht von Fasanen


Gettorf, 09.07.2019

Mitte Mai dieses Jahres war im Revier Gettorf die Zeit des ersten Grünschnittes gekommen. Die letzten Jahre war es durch die aufmerksamen Landwirte, trotz der vielen Ackergras und Grünlandflächen im Revier, zu sehr wenigen Verlusten bei Reh und Hase gekommen.

Dieses Jahr war es dann so, dass mich Landwirt und Jäger Malte Dibbern von seinem Traktor aus anrief. Er hatte beim Mähen ein frisches Fasanengelege mitten auf einer Wiese, bei mir im Revier ausgemacht. Um das Gelege herum hatte er ein ordentliches Stück Wiese stehen lassen, so dass es hoffentlich nicht sofort von potenziellen Räubern entdeckt werden konnte.

 

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Nach kurzer Rücksprache mit Christopher von Dollen, wie hoch er die Überlebenschancen für ein Gelege mitten auf der offenen Fläche wohl einschätzt, kommt man zu der Erkenntnis, die Eier lieber in einer geschützten Umgebung auszubrüten und später die Fasanen wieder in die Natur zu entlassen.

Gesagt, getan! Zum Glück gibt es auf Hof Dibbern eine Henne die besonders gerne brütet. Dieser legten wir nun die vier gefundenen Eier unter. Nun hieß es warten.


Nach ziemlich genau drei Wochen konnte die Henne Erfolg vermelden und wir vier winzige Fasanenküken begrüßen. Damit hätten wir ehrlich gesagt gar nicht gerechnet, das alle vier schlüpfen, deswegen war die Freude umso größer.

 

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Familie Dibbern war so nett und hat uns die Henne mit nach Hause gegeben, so dass die Kleinen für die nächsten Wochen einen warmen Unterschlupf gewährleistet bekamen.

Mit vielen hilfreichen Tipps, vor allem für die heikle Startphase, haben wir uns durch Familie von Dollen beraten lassen. Für die ersten Wochen war es wichtig die Küken in einem Rundling zu halten, um ein eventuelles zerdrücken in den Ecken zu vermeiden. Dazu hatten wir aus Hartfaserplatten in der ersten Woche einen Rundling mit 1m Durchmesser (linkes Foto), ab der zweiten Woche diesen dann auf 2m (rechtes Foto) vergrößert.

 

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Anhand des folgenden Fotos aus unserem Garten sieht man sehr eindrucksvoll, wie groß der Tarneffekt der vier Küken ist. 

 

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Wir haben die Kleinen wieder eingefangen bekommen und gleich dabei gelernt, dass man auf solche Ausflüge in den Garten lieber verzichten sollte.

Nach vier Wochen haben wir die Fasane in einen größeren Außenfreilauf umgesetzt und nun Anfang Juli sind aus den anfangs kleinen Küken, die alle in zwei Hände passten, schon ganz anständige Fasane geworden, die sich alle bester Gesundheit erfreuen.

 

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Den größten Anteil an der Versorgung hat dabei meine Frau Ina, die mit vielen Ideen und der täglichen Suche nach Wildkräutern, Regenwürmern, Kellerasseln und anderem Kleingetier im Garten, auch der Henne einen abwechslungsreichen Speiseplan anbieten kann.

 

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Wir werden die jugendlichen Fasane noch weitere vier Wochen bei uns behalten und dann hoffen, dass sie gut gestärkt und nochmal eine ganze Ecke größer, in der freien Feldflur ihren Weg finden werden.

 

Wünsche allen für die gestartete Raubwildsaison viel Waidmannsheil.

#allesfürdiehühner

 

Gregor Schlüter

Jäger aus Gettorf

 



Autor: Gregor Schlüter