Todesfalle Bundesstraße 76-Gettorf Süd - Es gibt positiv Neues zu berichten...


Die Auf- und Abfahrt in Gettorf zur Bundesstraße 76 ist wie jedes Jahr Schauplatz zahlreicher Verkehrsunfälle mit der Beteiligung von Wildtieren.

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Die Einzäunung der B76 zwischen der Hochbrücke über den Nord-Ostseekanal und Gettorf wiegt die Verkehrsteilnehmern in trügerische Sicherheit.

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Das Reh- und Damwild werden durch den Zaun zu den Zufahrten geleitet. Dort erreichen sie die Straße und können dann den Wildzaun von der Straßeninnenseite aufgrund der Wildzaunhöhe nicht mehr verlassen/überwinden. Der nächste Zusammenstoß mit einem Kraftfahrzeug ist nur noch eine Frage der Zeit.

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Archivfoto - Jacobi

Um dieser schlimmen, nicht änderbaren Situation noch die Krone aufzusetzen, gibt es im Bereich der Abfahrt Gettorf-Süd mit Weiden, Weißdorn und vielen anderen Buschwerk bewachsene Verkehrsinseln, die dafür sorgen, dass sich das Wild dorthin angezogen fühlt. Da von Menschen unberührt, bieten diese Kleinbiotope in Straßennähe Äsung und Deckung für unser Wild.

Bei Nachsuchen auf verunfalltes Wild, ist es uns Jägern unmöglich dem verletzen Wild nachzustellen und gegebenenfalls von seinem Leiden zu erlösen. Eine freie Suche der Nachsuchen-Jagdhunde ist durch die Verkehrslage ausgeschlossen, da hochgeschrecktes Wild mit großer Wahrscheinlichkeit direkt in den laufenden Verkehr geraten würde.

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Es wäre nun ein leichtes, diese „grünen Inseln“ bis auf die hochstämmigen Bäume niedrig zu halten und damit dem Wild die Deckung an diesen problematischen Stellen zu nehmen.

Jedoch, wen interessiert das schon, es sind ja nur wildlebende Tiere, von denen, durch die schweren Verkehrs-Wildunfälle traumatisierten Autofahrern, mal ganz abgesehen...

…Der Hilferuf des Jägers und Hegers Karl Rust aus Gettorf sollten jedoch nicht ungehört in den Büschen an den Straßenrändern der Bundesstraße 76 (B76) verhallen, sondern erreichten den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). Es gelang Heger Rust mit den Verantwortlichen des LBV-SH einen Ortstermin zu vereinbaren.

Nachdem der Leiter des Sachgebietes Straßenbetrieb, Herr Ingo Kreutzfeldt, von den hohen Verlusten und Wildunfällen in diesem Streckenabschnitt Kenntnis erhielt, erklärte er sich, in Absprache mit seinem Leiter der Straßenmeisterei Klausdorf ,Herrn Dibbern, sofort bereit, sich dieser Angelegenheit persönlich anzunehmen.

Ein Besprechungstermin vor Ort war schnell gefunden und so traf man sich in Gettorf Süd, um Maßnahmen zur Verbesserung und Entschärfung der dortigen Situation zu besprechen.

Trotz der 1.819 Straßen-Streckenkilometer, die Herr Kreutzfeldt mit seinen Mitarbeitern zu betreuen und instand zu halten hat, war eine spezielle Lösung für den Bereich B 76 - Gettorf Süd, schnell gefunden.

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Zu bedenken galt es jedoch auch, dass mit fast jedem Pflegeeingriff / Rückschnitt von Büschen und Jungbäumen Pflanzen und / oder Tiere geschädigt sowie deren Lebensräume beeinträchtigt werden, was sich leider nicht immer  vermeiden lässt. Entscheidend war jedoch, dass - im Sinne des Gesetzes - vernünftige Gründe für die Pflegemaßnahmen vorliegen müssen. Diese Gründe scheinen hier, durch die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und zum Schutz der wildlebenden Tiere durch Freimähen der Verkehrsinseln, begründbar zu sein.

So sollen nun, nach eingehender Prüfung der Angelegenheit durch den LBV-SH, im kommenden Herbst 2019 die Flächen nach dem Motto „Grün am Straßenrand, nichts gedeiht ohne Pflege“ von den Mitarbeitern der Straßenmeisterei auf den Stock gesetzt werden.

Grünpflege ist dort von Nöten, wo durch wildes Wachstum trügerische Einstände für das Wild entstehen und diese von diesen Einständen aus, letztlich durch den unmittelbaren Zugang zur Straße, zu Tode kommen.

Dank dem sachkundigen Verständnis und der offenen Hilfsbereitschaft unserer Straßenmeistereien kann dieses qualvolle Sterben und die hohen Unfallzahlen, zumindest in dem von Jäger Rust betreuten Bereich, vermindert werden.

 

Karl Rust

Jäger und Heger aus Gettorf



Autor: Karl Rust