Erhard Rodde - 65 Jahre passionierter Jäger und Heger


Gut Neu-Bülk Am Freitag, den 27. Okt. 2017, hatte Jäger Erhard Rodde ganz besonderes Waidmannsheil. Es gelang ihm auf eigener Scholle seinen Klasse I Damhirsch zu erlegen.

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Beobachtet und angesprochen hatte Rodde diesen Damhirsch schon über lange Zeit hier und da in seinem 400 Hektar großen Eigenjagdrevier. An diesem Abend war es dann soweit. Der stattliche Damhirsch hatte das Erntealter von ca. 9 Jahren bereits überschritten. Nach sachkundigem Ansprechen backte der erfahrene 80-jährige Hochwildjäger entschlossen seine Waffe an die Wange und ließ die Kugel im Kaliber 9,3 x 74R zielgerecht auf einer Distanz von fast 100 Metern fliegen.

Mit ruhiger und sicherer Hand fand die große Kugel ihr Ziel. „Der Damhirsch lag im Knall!“ resümiert der passionierte Waidmann freudig, der mit diesem Abschuss bereits seinen 62. Damhirsch geerntet hat.

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Die starke Damhirsch-Trophäe wurde mit insgesamt 186 Punkten bewertet:

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Bereits am 09. Mai 2017 war Erhard Rodde für 65 Jahre treue Zugehörigkeit zur KJS Eckernförde im LJV SH anlässlich der Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft (KJS) Eckernförde vom 1. Vorsitzenden Otto Gravert besonders ausgezeichnet worden.

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Allein das wäre nicht als erwähnenswerter Verdienst zu werten, hätte und hat sich Rodde nicht mit ganz persönlichem Einsatz intensiv und passioniert für das Ansehen und den Erhalt der Jagd über die Grenzen der KJS Eckernförde hinaus einen besonderen Namen gemacht.

Der im Frühjahr dieses Jahres 81 Jahre jung gewordene, vital und kräftig auftretende Jäger

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folgte seit 1974 dem großen Beispiel seines Vaters und trat in dessen große Fußspuren. So war Rodde bereits von 1967 bis 1970 in der Trophäenbewertung im Kreis Plön maßgeblich tätig. Von 1974 bis 1985 schloss dann das Amt des stellvertretenden Hegeringleiters im Hegering 8 Dänischer Wohld Ost sowie Mitglied in der Trophäenbewertungskommission für Dam- und Rehwild in den Jahren 1974 bis 2007 an. Als Beisitzer im Landesjagdverband fungierte er von 1974 bis 1990 und war anschließend stellvertretender Vorsitzender der KJS Eckernförde. Ebenso übte er von 1977 bis 2007, also 30 Jahre lang (!), zur Zufriedenheit aller Hochwildjäger das Amt des Damwild-Bezirksleiters in der Hochwild-Hegegemeinschaft Neu-Bülk aus.

Mit einem Schmunzeln im Gesicht berichtet Rodde von seinem ersten Fuchs, den er bereits mit 14 Jahren erlegte, um dann im jungen Alter von 15 Jahren im Februar 1952 seinen Jagdschein zu machen. Die Prüfung zum Jäger legte er noch bei Kreisjägermeister Hartwig Jess, Hegeringleiter Franz Lensch, Förster Heinemann aus Hütten und Herrn Schmidt ab. Den Jugendjagdschein konnte  er nach zwei Jahren an seinem 18. Geburtstag im Jahre 1954 endlich gegen den Jahresjagdschein mit voller Befähigung "eintauschen".

Neben diesen ganzen Ehrenämtern war und ist Erhard Rodde kein Freund des Müßiggangs. Als Besitzer und Betreiber des rund 280 Hektar großen Gutes Neu Bülk hatte er kraftvoll und dynamisch auf eigener Scholle geschaltet und gewaltet. Auch nach der Übergabe des Gutes an seinen Sohn steht er diesem mit Rat und Tat zur Seite. Als waidgerechter Heger und Jäger betreibt er jedoch noch immer seine große Eigenjagd Gut Neu-Bülk mit Hilfe von ausgewählten treuen Jagdhelfern.

Ein Nebengebäude unmittelbar beim Herrenhaus versetzt den Besucher von Erhard Rodde in besonderes Erstaunen: Ein kleines Jagdmuseum ist hier über die Jahre hinweg entstanden.

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Hier finden sich neben den Trophäen des von ihm, seinem Großvater und Vater erlegten Wildes auch Fotos, Urkunden, Pass- und Abwurfstangen sowie eine Sammlung alter Steinzeitwerkzeuge. Selbst Videos mit Wildtier- und Naturaufnahmen kann der interessierte Besucher hier bestaunen. Wundert es da, dass Rodde ein von ihm verfasstes Buch "Die Geschichte eines Gutes im Dänischen Wohld" mit einer Auflage von 200 Stück veröffentlicht hatte?

Auch dunkle Wolken zogen über das Gut Neu Bülk hinweg. Die schwere Erkrankung seiner Ehefrau, die er aufopfernd und liebevoll rund um die Uhr pflegt sowie auch der frühe Heimgang seines Sohnes im letzten Jahr nahm Rodde als Christenmensch aufrecht und als Prüfung entgegen. Gezweifelt oder aufgegeben hat Erhard Rodde jedoch nie!

Ein aufrechter gastfreundlicher Gutsbesitzer im Ruhestand und aktiver waidgerechter Jäger

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nimmt die Besucher vor dem Herrenhaus auf Gut Neu Bülk offen und freundlich in Empfang.

Wenn Erhard Rodde heute auf sein Leben und seine Schaffenszeit zurückblickt, schaut er auf sehr schöne harmonische Momente und eine Zeit in der sich die Jägerschaft noch einig war und fest zusammenhielt.



Autor: Uwe Jacobi