Versammlung der Damwildhegegemeinschaft Dänischer Wohld, Sehestedt und Hütten 2017


Ein neuer Name, positive Stimmung, ein interessanter Vortrag von Wildmeister Dirk Bacher  sowie die Ehrung verdienter Mitglieder - die Damwild-Hegegemeinschaftsversammlung am Freitag, 10. März, im Restaurant Santorini hatte einiges zu bieten.

Vorsitzender Hans-Jürgen Langbehn machte zu Beginn der Versammlung deutlich, dass nicht mehr geklagt werden solle, sondern positiv in die Zukunft geblickt werden müsse.

"Zu lange haben wir uns versteckt, das haben wir als Jäger und Naturschützer nicht nötig. Missstände müssen beseitigt werden, Frauen und junge Jäger sind in unseren Reihen willkommen", so seine Botschaft.

Er machte darauf aufmerksam, dass 2017 ein wichtiges Jahr  sei, denn es ist ein Wahljahr. "Wir müssen persönliche Eitelkeiten zurückstellen und Geschlossenheit demonstrieren", mahnte Langbehn an. Im Vorwege der Versammlung sei in Sachen Abschussplanung seiner >Meinung nach sachlich argumentiert und ausgewogen entschieden worden, führte Langbehn weiter aus.

Unter den Gästen der Versammlung waren neben LJV-Geschäftsführer Andreas Schober Kreisjägermeister Klaus-Hinnerk Baasch und Kreisjägerschaftsvorsitzender Otto Gravert. Beide hatten ebenfalls viel zu sagen.

Gravert berichtete über die Fortschritte in Sachen Schießstand Baumgarten, auch zu den geplanten Erhöhungen des Beitrages hatte Gravert eine Meinung. "Ich bin ja eher für kleine Schritte beim Erhöhen", merkte er an. Die Notwendigkeit der Erhöhung sah er ein, der Grund: "Wenn wir ein schlagkräftiger Verband bleiben wollen, werden wir wohl erhöhen müssen." Auch die Erntejagden, die in diesem Jahr gut verlaufen seien sowie die erfolgreichen revierübergreifenden Jagden wurden positiv erwähnt.

Baasch merkte an, dass "Jagen wieder so sein solle, wie wir es für nötig halten". Er kritisiert das Veterinäramt des Kreises, dass von dort die Jagdverbote ausgesprochen wurden, als die Geflügelpest grassierte.

"Im Falle einer Seuche soll massiv bejagt werden, so steht es im Gesetz", argumentierte der Kreisjägermeister. Und betonte: "Das ist eine Einschränkung der Jagd."

Lobende Worte gab es vom Hegegemeinschaftsleiter für Hans Jarr und Ernst Empen. Beide hatten nach fast drei Jahrzehnten Engagement im Bereich Damwild, unter anderm als Bezirksleiter, ihre Ämter abgegeben.

Großes Lob sowie ein edles Jagdmesser gab es für die geleistete Arbeit in der Damwild-Hegegemeinschaft von Hans-Jürgen Langbehn.

Apropos Damwild-Hegegemeinschaft: Die Versammlung beschloss, den Namen auf Hochwild-Hegegemeinschaft Dänischer Wohld, Sehestedt und Hütten zu ändern, um künftig auch Rotwild bewirtschaften zu können, sofern es denn zuwandert.

Als Special-Guest war Wildmeister Dirk Bacher dabei, er hatte einen interessanten Vortrag im Gepäck zu dem Thema "Altersklassenverhältnis beim Damwild". Der 50-Jährige betreut seit 24 Jahren ein 1600 Hektar im Bereich Bungsberg. Sein Gebot: Nachhaltig jagen, nicht nur nach Zahlen.  Dabei solle der Alterklassenaufbau und das Geschlechterverhältnis beachtet werden. Bacher ging in seinem Vortrag auf die Bedürfnisse des Wildes ein, "Das Wild braucht den Schutz des Rudels und eine großflächige Raumnutzung."

Für ihn steht fest: "Je intakter die Sozialstruktur der Wildbestände, um so effektiver lassen sich landeskulturelle und jagdliche Interessen vereinbaren."

Nach dem interessanten Vortrag ging es an die Abschusszahlen und die Besprechung der Trophäen.

1260 Stücke Damwild hätten laut Planung gestreckt werden sollen, 1459 Stücke sind gefallen. "800 Stück Kahlwild und 650 Stücke männliches Wild", erklärte Langbehn. "Was mich dabei erschüttert, ist die 300-prozentige Zunahme beim Fallwild Verkehr." Ein weiteres Problem sei der Abschuss der Alttiere, es sind 67 Stück zuwenig geschossen worden.

Dirk Bacher nahm die Bewertung der Trophäen vor und zeigte sich erfreut über meisten.

Bevor das Schlusssignal durch die Bläser erklang, hatte Langbehn noch einen ernsten Punkt auf seiner Tagesordnung: "Es gab sieben oder acht Fälle, bei denen übermäßiges Füttern mit Rübenbergen bei der Unteren Jagdbehörde angezeigt wurde. Das geht nicht", machte er deutlich.



Autor: Sorka Eixmann