Jäger und Naturschützer Karsten Löhrer aus dem Hegering 10 Sehestedt nimmt sich kleinem mutterlosen Iltis an.


Holtsee. Am Mittwoch, den 22. Juni 2016 wurde der Jäger und Öffentlichkeitsobmann Karsten Löhrer aus dem Hegering 10 Sehesedt,  abends von seiner Bekannten Ellen Quandt angerufen.

Grund für den Anruf war, dass Frau Quandt auf dem Rasen ihrer Schwester in Holtsee einen kleinen mutterlosen Iltis festgestellt hatte.

Zunächst hatte sie den hilflosen kleinen Iltis über längere Zeit beobachtet und gewartet, ob die Mutter ihn nicht noch wegholt. Es war aber weit und breit nichts von einem Muttertier zu sehen.

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Da Frau Quandt zu Hause Katze und Hund hat, brachte sie das kleine Kerlchen noch in der Nacht, um 22:00 Uhr, zum Jäger Löhrer.

Frau Quandt arbeitet als Tierarzthelferin in einer Tierarztpraxis in Gettorf und ist auch privat passionierte Tier- und Naturschützerin. Zudem ist sie auch recht jagdinteressiert und kennt von einigen Ansitzen her die willebenden Tieren in unserer Region.

Karsten Löhrer hielt nun den kleinen Iltis in Händen - aber was nun tun? Um diese Zeit bekommt man schlecht irgendwo Katzenmilch. Also das schlaue Netz angemacht und gegoogelt. Auf der Internetseite "Marderrettung aus Bayern" fanden Karsten Löhrer und seine Frau die Lösung: Eine Elektrolysemischung aus Traubenzucker, Salz und Wasser hergestellt und dem kleinen Iltis per Spritze gereicht. Dabei war der kleine Iltis so aktiv wie ein Regenwurm. Vor allen Dingen hatte er eine ordentliche kräftige Stimme.

Gegen 00:00 Uhr nahm der kleine Iltis noch einen ordentlichen Schluck aus der Spritze und schlief dann bis morgens um 04:30 Uhr. Die Familie Löhrer mußte sich am nächsten Morgen doch wundern, wie stark schon so ein kleines Kerlchen "duftet". Das Wohnzimmer hatte komplett den Iltisgeruch angenommen.

Der Iltis bekam nun nochmals einen kräftigenden Schluck und der Jäger Löhrer nahm ihn dann mit zur landwirtschaftlichen Arbeitsstelle. Dorthin brachte nun Frau Quandt Katzenmilch und eine Flasche, die ihm gereicht wurde. Auch diese nahm er relativ schnell auf und schlief, nachdem er um 11:00 Uhr die letzte Mahlzeit bekam, fest ein.

Jäger Löhrer hatte zwischenzeitlich die Wildtierauffangstation in Kappeln-Weidefeld angerufen und dort sofort einen Übernahmebescheid erhalten. Er fuhr nun mit dem schlafenden Iltis zur Aufnahme dorthin. Nach einem netten und angenehmen Gespräch wurde der kleine Iltis von zwei Tierpflegern übernommen.

Die beiden engagierten und netten Tierpfleger sagten Karsten Löhrer zu, ihn künftig über den Entwicklungszustand des kleinen Kerlchens zu informieren.



Autor: Uwe Jacobi